Es ist Sommer und in Cornwall brummt der Turismus. Viele Menschen, Wohnmobile, tropfendes Eis am Stiel, überfüllte Tankstellen, Supermärkte und natürlich- Strände…Eine gute Zeit dem Trubel den Rücken zu kehren und Reißaus zu nehmen. Das Ziel wurde bereits Anfang des Jahres diskutiert und festgelegt: SCHOTTLAND. Wir hörten von Wildnis, hohen Bergen, rauen Küstenstreifen, verschlossenen Menschen….doch was stimmt wirklich und was wird sich als Märchen oder Stereotypus herausstellen? Wir werden sehen.
Wirklich geplant war unsere Reise nicht. Einige Wochen vor Aufbruch trafen wir uns mit zwei Schotten, die sich in Cornwall niedergelassen haben, breiteten eine Schottland- Reisekarte auf einem Tisch aus und los legten sie mit Erklärungen, Tipps und merkwürdigen Geschichten über dreibeinige Wesen, die in den Highlands leben sollten…Nach einer Stunde Teetrinken und mit den Händen über die Karte streichen wussten wir: In Glasgow sollte es losgehen und dann weiter gen Norden an der Westküste entlang. Gut.
Glasgow war also unser erstes Ziel, doch gibt es von dort nicht viel zu berichten außer, dass es viel regnete, es den Eindruck hatte eine schöne Stadt zu sein, doch trieb es uns nach kurzem Aufenthalt aus der Stadt in die Natur- zum Loch Lomond, einem nahegelegenen See. Ein gutes Gefühl der Stadt entkommen zu sein, doch dieser See sollte nur der Anfang von reicher, atemberaubender Schönheit Schottlands sein.
Hier einige Bilder, was sich dann in den nächsten Tagen vor uns auftat:
Die Anfänge der Highlands bei Glencoe:
Und ein Ausflug nach Ardnamurchan:
Die ganze Zeit war das Wetter sehr wechselhaft, oft windig und die Wolken voll Regen. Statt August, also Hochsommer, hätte es ebenso gut Mitte Oktober sein können. Warm einpacken nach dem Zwiebelprinzip schien uns eine mehr oder weniger gute Lösung gegen dieses Wüten zu sein. Unser nächster Stop war die “Isle of Skye”,bekannt für ihre weißen Sandstrände, Heidelandschaften, Weite, blauäugige Seebären an Strand.
Nach zwei Tagen auf der Isle of Skye nahmen wir die Fähre auf eine Insel der “Outer Hebrides” mit dem schönen Namen Harris. Lewis ist der andere Teil der Insel. Für einige mag der “Harris Tweed” ein Begriff sein, der hier seit langer Zeit per Hand von den Inselbewohnern produziert und auf dem Festland in Boutiquen verhökert wird. Außerdem überziehen Heidelandschaften Hügel und der Heideboden bietet getrocknet gutes Brennmaterial für die häuslichen Öfen. Vorbeiziehen ebenfalls Steinkreise, Wal- Knochen- Bögen, viele, viele Steinhäuser, die bis in die 1970er Jahre genutzt wurden UND: Highlandrinder.
Trommelwirbel für die Outer Hebrides!!!!!!
THE END of our trip
Paul & ich hörten von einem Hörspiel- Prokjekt in Melvich im Norden des Landes. Ein paar Menschen aus der Gegend hatten einen Audio- Walk organisiert und Geschichten von den dort lebenden Menschen aufgenommen, die man während des Spaziergangs genießen konnte. Wir holten uns also Kopfhörer, CD- Player etc. in einem alten Dorfpub ab und fingen an zu Spazieren….eine gute Möglichkeit Landschaft mit Stimmen und Geschichten zu verbinden:
In der Nähe von Thurso, wo der “flagstone” Abbau bis Anfang des 20ten Jahrhunderts von großer Bedeutung war. Wir parkten an einem kleinen Hafen. Neugierige kamen vorbei, schenkten uns Möhren und Tomaten und erzählten uns, dass man mit Malteser- Schokolade alle Frauen besänftigen könne…
Schön war´s….erfrischend im wahrsten Sinne des Wortes, ein Überfluss an Farben, scheuen Menschen, gesunder Luft, Tradition, Moderne, Erde. Immer wieder Schottland.
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